Wer sich ernsthaft für Geldanlage interessiert, wird sich über kurz oder lang mit der technischen und fundamentalen Analyse von Wertpapieren und Kapitalmärkten befassen.
Sonst treffen Sie reine Bauchentscheidungen, die finanziell ganz schön ins Auge gehen können.
Die beiden Analysemethoden unterscheiden sich grundlegend.
Die Chartanalyse lernen Sie schneller als die Fundamentalanalyse. Also sollten Sie mit ihr beginnen.
Von mir erhalten Sie eine Technische Analyse-Anleitung zum Einstieg und erfahren, wofür diese gut ist. Schließlich bekommen Sie eine Checkliste, welche 7 Fragen Sie mit der Chartanalyse beantworten müssen.
Contents
Mit der technischen Analyse (Chartanalyse, Charttechnik) werten Börsianer den vergangenen Kursverlauf eines Wertpapiers mit Hilfe von Charts aus.
Sie versuchen aus dem Kursverlauf der Vergangenheit die Trends der Zukunft abzuleiten.
Die fundamentale Analyse wertet die allgemeinen wirtschaftlichen und fundamentalen Daten eines Unternehmens und kann bestenfalls mittel- bis langfristige Signale liefern.
Mit der technischen Analyse erhalten Sie Signale zum Ein- und Ausstieg (Kauf- und Verkaufssignale) in die Aktie, Anleihe oder in Rohstoffe wie Gold und Öl.
Die Technische Analyse basiert auf zwei Prämissen:
Mit der technischen Analyse erfolgt eine Kursanalyse von Aktien & Co. anhand von Charts, die den Kursverlauf grafisch darstellen.
Dabei unterscheidet man verschiedene Zeitfenster: So gibt es
Die Kurse lassen sich als Linien-, Balken- und Kerzen(Candlestick)-Charts darstellen.
Der Linienchart ist die einfachste Chartart und stellt den Kursverlauf als durchgehende Linie mit mehreren Kurspunkten dar, die die Kurse einer Periode abtragen. Sie liefert nur einen schnellen Überblick, reicht aber für eine tiefgehende technische Analyse bei weitem nicht aus.
Mit dem Balkenchart, der mehr Informationen enthält, lassen sich Formationen besser erkennen. Er besteht aus einzelnen senkrechten Balken, die den Eröffnungs-, Höchst-,Tiefst- und Schlusskurs darstellen.
Der Kerzenchart (Candlestick-Chart) ist jedoch am aussagekräftigsten und bietet die meisten Analysemöglichkeiten.
Diese Chartart stammt ursprünglich aus Japan. Bereits im 17. Jahrhundert haben Reishändler die Candlesticks erfunden.
Westliche Analysten begannen diese Candlesticks in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts anzuwenden.
Die Analyse der Kerzencharts umfasst Einzelkerzen und Formationen mehrerer Kerzen.
Candlesticks stellen den Eröffnungs-, Höchst-, Tiefst- und Schlusskurs dar. Darüber hinaus besitzen die Kerzen die Farben je nach Chartprogramm rot und grün oder schwarz und weiß.
Sie
Zudem lassen sich mit ihnen Wendepunkte besonders schnell erkennen, wenn die Farbe des Kerzenkörpers nach mehreren Zeiteinheiten wechselt. Kerzencharts erfreuen sich besonders unter Tradern größter Beliebtheit. Deshalb sollten auch Einsteiger von Anfang an Kerzencharts nutzen.
Kerzencharts sind so zu lesen:
Die einzelne Kerze besteht meistens aus dem Kerzenkörper, der mittig und vertikal von einer Linie durchstrichen wird. Die Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs wird als Kerzenkörper dargestellt.
Die Linie verbindet die Höchst- und Tiefstkurse des jeweiligen Zeitraums. Man nennt diese Linie auch Docht. Der Docht oben auf dem Kerzenkörper repräsentiert den Höchstkurs und die Lunte unter dem Kerzenkörper den Tiefstkurs.
Es gibt aber auch Ausnahmen: Liegt der Schlusskurs auf dem Niveau des Höchstkurses, so gibt es oben keinen Docht.
Im umgekehrten Fall gibt es unten keine Lunte. Eine Kerze besteht nur aus dem Körper, wenn Eröffnungs- und Schlusskurs jeweils dem Höchst- und Tiefstkurs entsprechen.
1.Liegt der Schlusskurs der gewählten Zeiteinheit über dem Eröffnungskurs, ist der Körper je nach Chartprogramm grün oder weiß. In diesem Fall haben sich die Optimisten bzw. Bullen durchgesetzt. Der Kurs ist gestiegen.
2.Liegt der Schlusskurs unter dem Eröffnungskurs, besitzt der Kerzenkörper eine rote oder schwarze Farbe. Hier gewannen die Pessimisten bzw. Bären die Oberhand. Der Kurs ist gefallen.
Waren zum Beispiel in einem Tageschart die Kerzenkörper einige Tage lang permanent weiß oder grün, so ist der Kurs immer gestiegen.
Taucht dann eine schwarze oder rote Kerze auf, so ist das ein Hinweis, dass der Aufschwung an Kraft verloren hat. Entweder kippt der Trend um oder er verflacht sich.
So führen Sie die technische Analyse durch:
Die technische Analyse konzentriert sich auf kurzfristige Kursbewegungen und Trends.
Wer eine technische Analyse durchführt, will die richtigen Ein- und Ausstiegspunkte in ein Wertpapier finden.
Mit anderen Worten: Er will wissen, wann er kaufen oder verkaufen soll.
Wichtige Elemente der Chartanalyse sind die Trendanalyse und die Marktverfassung. Beide Elemente werde ich in eigenen Beiträgen erörtern.
Beantworten Sie mit der Chartanalyse diese 7 Fragen:
1. In welche Richtung bewegt sich der Kurs? Steigt er, fällt er oder verharrt er in einem Kursband?
2. Bewegt sich der Kurs in einem Aufwärts-, Abwärts-oder Seitwärtstrend? Hier kommt die Trendanalyse ins Spiel.
3. Ist der Kursverlauf stabil oder volatil?
4. Welche Farbe haben die Kerzen überwiegend?
5. Auf welchem Niveau liegen Widerstände und Unterstützungen?
6. Bilden sich Trendwende- bzw. Umkehrformationen heraus? Auch hierfür brauchen Sie die Trendanalyse.
7. In welcher Verfassung ist der Markt?
Überkauft, überverkauft, neutral? Hier geht es Indikatoren wie Momentum, Gleitende Durchschnitte oder Oszillatoren.
Bei der Technischen Analyse müssen Sie folgende Punkte beachten
1.Ihren eigenen Weg der Technischen Analyse finden!
Die Chartanalyse bietet zwar vielfältige Indikatoren und Analysetools. Sie aber garantieren keine Kursentwicklung.
So sind gerade Anfänger überfordert ihren Weg zu finden. Auf der Suche nach dem heiligen Gral fahnden sie nach todsicheren Kursmustern, Tipps oder Wunderindikatoren.
Seien Sie sich im Klaren, dass es diese nicht gibt.
Konzentrieren Sie sich lieber auf nur wenige Tools und darauf, den Kurschart richtig zu interpretieren.
Was machen die erfolgreichen Trader bzw. Investoren?
2.Trends möglichst früh entdecken
Wollen Sie hohe Gewinne erzielen, so müssen Sie möglichst früh einen Trend entdecken und darauf handeln. So können Sie ihn länger „ausreiten“ als andere Trader, die erst später eingestiegen sind.
3.Unbedingt mit dem Trend handeln
Denn der Trend ist Ihr Freund (The trend is your friend). Beim Handel mit dem Trend gehen Sie den Weg des geringsten Widerstandes, andernfalls wäre es insbesondere als Anfänger geradezu tödlich, entgegen dem Trend zu handeln.
4.Auf Trendwendeformationen achten
Nachdem Sie einen stabilen Trend entdeckt haben, prüfen Sie, ob er nachhaltig oder schon heiß gelaufen ist. Anhand von Trendwendeformationen in Verbindung mit charttechnischen Indikatoren können Sie schon früh einen nahenden Trendwechsel ausmachen und sich darauf einstellen.Eröffnen Sie keinen Trade mehr, wenn der Trend schon eine Weile gelaufen ist oder sich bereits überhitzt hat.
5.Übergeordnete Trends analysieren
Je nachdem, welches Zeitfenster (Sekunden, Minuten, Stunden, Tage) Sie handeln, analysieren Sie nicht nur den Trend Ihres Zeitfensters, sondern auch den übergeordneten langfristigen Trend.
Entspricht der Trend Ihres gewählten Zeitfensters nicht dem übergeordneten langfristigen Trend, so kann sich der von ihnen festgestellte kurzfristige Trend nach dem Eingehen des Trades schnell umkehren.
Beachten Sie aber auch, dass Trends kurzfristig in eine andere Richtung verlaufen können als Ihre fundamentale Analyse vermuten lässt.
6.Zurückhaltung bei Seitwärtstrends
Am schwierigsten sind Seitwärtstrends zu handeln. In diesen Phasen machen die meisten Trader ihre Verluste. So wagen Sie sich an Seitwärtstrends nur heran, wenn Sie im Handeln von Aufwärts-und Abwärtstrends fit geworden sind.
7.Indikatoren nur dosiert einsetzen
Setzen Sie Indikatoren nur dosiert ein. Sonst verzetteln Sie sich. Beachten Sie, dass die Indikatoren nicht in allen Marktphasen gleich gut oder überhaupt funktionieren.
Zudem sind Indikatoren innerhalb einer bestimmten Kategorie nur eine mathematische Weiterentwicklung eines schon bestehenden Indikators. Da ist zweifelhaft, ob dessen Informationsgehalt wirklich einen Mehrwert bietet.
Prüfen Sie, in welchen Marktphasen die Indikatoren gute Leistung bringen, die Sie sich ausgesucht haben. Beginnen Sie zunächst mit einem oder zwei Indikatoren und lernen mit ihnen umzugehen. Für Anfänger eignet sich hervorragend der MACD und der Relative Stärke Index. Machen Sie mit Ihnen erst einmal Ihre Erfahrungen, bevor Sie sich anderen Indikatoren zuwenden.
Für die technische Analyse brauchen Sie zwingend ein gutes Chartprogramm.
Leider bieten die Tradingplattformen meistens nur simple Liniencharts über kurze Zeiträume und je nach Anbieter ein unterschiedliches Spektrum an Chartanalyse-Tools.
Ein gutes Chartprogramm enthält:
Einsteiger finden sehr gute Charts beim Forex Broker eToro (www.etoro.com). Über ein kostenloses Demokonto bei eToro können Sie alle Chartfunktionen gratis nutzen.
Online Alternativen bieten noch teilweise kostenlos:
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